Linnunradankatu heißt "Milchstraße" auf finnisch. Das ist die Straße in der das Wohnheim in Riihimäki ist, dort wohnen wir für ein halbes Jahr (21.2. - 03.08.2005).

Donnerstag, März 31, 2005

Bar in Helsinki

Heute habe ich von Katrin die Fotos aus der spanischen Bar, in der wir am Samstag Abend in Helsinki waren, bekommen.

Eigentlich ist das nichts weiter besonderes, wenn wir Bilder austauschen. Doch auf diese Bilder hab ich sehnsüchtig *g* gewartet.
Warum?
Mhm, seht selbst :-)








Monique

Eva und ich

Alex und ich

Alex

Dienstag, März 29, 2005

Ostern auf Seurasaari

So, nun hab ich endlich mal wieder Zeit (bzw. Lust *g*) zu berichten, was sich so die letzten Tage ereignet hat.

Das wichtigste Ereignis am letzen Wochenende war wohl Ostern --> Pääsiäistä - wie man auf finnisch sagt.
Demnach schicke ich allen noch (etwas verspätete) Ostergrüße

Iloista Pääsiäistä!

Am Samstag Mittag haben wir uns mit ein paar Leuten aus unserem Finnischkurs in Helsinki verabredet.
Bei dem schönen Wetter, das wir hatten, sind wir erst noch ein bisschen durch die Stadt gebummelt. (Man will es kaum glauben, Plusgrade sind nun seit knapp einer Woche an der Tagesordnung - so auch am Samstag. Wir hatten Sonnenschein, blauen Himmel und angenehme +5°C.)

Auf den Stufen vor dem Dom haben wir Mädels es uns dann in der Sonne gemütlich gemacht, mit Blick auf den Senatsplatz, und gepicknickt.
Bei dem Wetter hatten wir natürlich nicht als Einzige diese grandiose Idee und so waren wir von vielen Gleichgesinnten umgeben.





Monique, Katrin, Lori und Eva
auf den Stufen vor dem Dom

Dom in Helsinki

Später haben wir uns wieder mit den Jungs getroffen und sind mit dem Bus zusammen nach Seurasaari - auf zum Osterfeuer gefahren.


Brücke nach Seurasaari mit Blick aufs Wasser

Die Insel, die zu Helsinki gehört und nur einen Katzensprung von der Innenstadt entfernt liegt, ist wirklich unbeschreiblich schön. Überall stehen alte, typische, finnische Holzhäuschen, Windmühlen und kleine Hütten. Sie sind mehr oder weniger im Wald versteckt und, wie sollte es anders sein, alles ist von Wasser umgeben (wenn mich nicht alles irrt, dann ist das auch noch die Ostsee) .





Haus auf Seurasaari

Bank an der Brücke zu Seurasaari

Und genau dort, am Wasser auf einem Steg in Richtung Westen, durften wir einen wunderschönen, farbintensiven Sonnenuntergang miterleben.


nahender Sonnenuntergang

Das Licht hier ist einfach sagenhaft. Kurz bevor die Sonne am Horizont verschwand hat sie sich noch mal von ihrer besten Seite gezeigt und alles um sich in warmes Licht getaucht.
Einfach schön.:-)




Steg zum Wasser

Lori, Katrin und ich (von rechts) am Steg

Nachdem die Sonne weg war, ist es schnell kühl geworden und so haben wir uns auf den Weg zum Feuer gemacht.

Viele kennen Osterfeuer vielleicht aus der Heimat, für die, die damit nicht viel anfangen können, werde ich Sinn und Zweck der Osterfeuer gerne erläutern:

Pääsiäinen ist, wie schon erwähnt, der finnische Name für Ostern. Er bedeutet "Befreiung". Befreiung von der fleischlosen Fastenzeit, Befreiung Christi aus dem dunklen Grab und vor allem Befreiung von der Kälte.
Wie in allen anderen christlichen Ländern ist Ostern auch in Finnland ein religiöses, aber auch ein Fest der Familie. Traditionell werden an diesen Festtagen Lammbraten und Eierspeisen serviert. Als Nachtisch gibt es Mämmi. Dies ist eine echt furchterregend aussehende Speise aus Roggenmehl und Malz. Unsere Finnischlehrerin war so unbehobelt und meinte, es würde wie "Scheiße" aussehen. Mhm, wo sie Recht hat...

Naja, ganz so schlimm ist es nicht. Es hat mich eher an Brownies erinnert, allerdings nicht so fest wie dieser Kuchen, sondern eher zähflüssig, so wie der Teig, wenn man Tortenboden backen will, aber eben in dunklem braun.

Typischer Weise nimmt man Mämmi mit Unmengen an Zucker (sokeri) und (flüssiger) Sahne (kerma) zu sich - anders ist es auch kaum zu ertragen. *g*
Habt ihr schon mal Pumpernickel probiert?
So, nur in einer cremigen Variante, schmeckt Mämmi - meiner Meinung nach, ein kulinarischer Tiefschlag hoch drei.

Ganz typisch für Finnland ist auch, das eigentlich jeder sein eigenes Ostergras säht. Das steht dann auf den Fensterbänken oder auf diversen Ostertischen im Haus. Keine Ahnung, was da so toll dran ist - aber sie tun es, haufenweise.
Um noch eins drauf zu setzen: zu Ostern ist hier auch nicht der Osterhase unterwegs um für die Kinder Ostereier und allerei Süßes zu verstecken. Hier trifft man rutenschlagende Hexen auf der Straße, und vielleicht hat man Glück und eine nimmt einen auf ihrem Besen mit - auf zum Osterfeuer.

Und damit zurück zum eigentlich Thema: Osterfeuer
Diese werden am Abend des Ostersamstags auf Seurasaari angezündet und dort tanzen dann Kinder, als Hexen und Trolle verkleidet, ums Feuer, um den Winter auszutreiben und den Frühling willkommen zu heißen.

(Die finnische Ostertradition lebte und lebt teilweise heute noch in ihren Trullis. In der Fastenzeit, so sagen die Legenden, trieben die Trullis, die Hexen, ihr Unwesen. In großen Osterfeuern wurden deshalb damals Hexenpuppen verbrannt.)


Osterfeuer

Die Osterfeuer auf Seurasaari sind ein großer Anziehungspunkt für viele Menschen. Selbst als die Feuer schon fast heruntergebrannt und wir auf dem Rückweg waren, kamen uns immer noch Leute entgegen, die zu den Feuern strömten.

Zurück in Helsinki waren wir alle zusammen noch auf einen Absacker was trinken. Und weil wir in Finnland sind, waren wir natürlich in einer spanischen Bar. :-)
Dort haben wir gemütlich unseren kahvi (Kaffee) geschlürft und uns in einem lustigen Kauderwelsch aus den verschiedensten Akzenten auf Englisch versucht zu unterhalten.

Freitag, März 25, 2005

Heimatstadt Erfurt

Ich freue mich ja ungemein, wenn ich Kommentare zu meinem Weblog bzw. zu den Inhalten der Texte bekomme.

So nun also auch dieses Mal, zum Thema: Heimat, zu Hause

Als ob ich es geahnt hätte gab es genau zu diesem einen Absatz, indem ich Offenburg und Schwarzwälder Schinkenspeck als Heimat erwähnte, eine fette Erinnerung daran, wo ich denn eigentlich her komme - nämlich aus ERFURT, Thüringen.




Erfurter Domplatz mit Dom und Severikirche

Fischmarkt

Das war keinesfalls als Verleumdung meiner Herkunft gemeint und dass ich nun weniger Stolz darauf bin, wo ich herkomme, nur weil Offenburg eine zweite Heimat für mich geworden ist.
Ich lebe nun mal seit fast drei Jahren am Rande des Schwarzwaldes und habe dort viele liebenswerte Menschen kennen gelernt. Und es hat den Namen "Zu Hause" verdient, weil ich dort wohne. Die meisten meiner persönlichen Sachen sind dort, dort habe ich mein Bett, Tisch und Schrank, meine eigene Wohnung - unsere WG.

Nichts desto trotz wird Erfurt ewig meine Heimatstadt und mein richtiges zu Hause sein. Ich bin sehr stolz darauf aus der Haupststadt Thüringens, aus Ostdeutschland, zu kommen.
Und ich bin mir sehr wohl bewusst, welche tollen Sachen es bei uns gibt und das die wahrlich besten Wurstwaren der Welt natürlich nur aus einer Region in Deutschland kommen können: nämlich aus Thüringen - Thüringer Rostbratwurst und Rostbrätel allen voran, um nur einige zu nennen.

Und weil wir gerade bei Heimatstadt sind, grüß ich doch gleich die, die mir dort lieb und teuer sind:
Mutti, Anja, Dieter, den Schnurri :-), Oma Christa, Opa Friedhelm, Bettina, Andreas, Papa, Oma Rita,
Melle, Alex, Borsti & Katrin, Susi & Nico, Nancy, Krissi, meine liebsten Arbeitskollegen Andre und Sören, Kathleen, Manu, Uwe, Torsten, und alle die ich jetzt in der Eile vergessen habe.

Wer mich noch mehr daran erinnern möchte, wo meine Wurzeln sind, von dem lass ich mir doch gern ein Ostpaket mit typisch Thüringer Spezialitäten zusammen stellen und nach Finnland schicken. *g*

Montag, März 21, 2005

Drei rote Kreuze im Kalender

Heute ist das unfassbare geschehen:
Wir hatten das erste Mal, seitdem wir hier sind Plusgrade.

Naja, es waren genau 0 °C. Aber ein Anfang ist das allemal. Noch vor einer Woche mussten wir bei - 14 °C bibbern und heute das.
Jippie - ich glaub es wird endlich Frühling.

Obwohl es die letzte Woche noch mal ganz schön doll geschneit hatte und wir die Befürchtung hatten, dass es noch länger winterlich bleibt, hat der Schnee überall begonnen zu schmelzen. Die Staßen sind zum Teil schon komplett frei und auf den Fusswegen beginnen sich Matsch und Pfützen zu bilden.

Und überall ist es bereits osterlich geschmückt.
Am Wochenende wollen wir auf Seurasaari, eine Insel, die zu Helsinki gehört. Dort werden am Samstag Osterfeuer angezündet und Kinder verkleiden sich als Hexen und Trolle und tanzen um diese, um den Winter zu vertreiben.

Samstag, März 19, 2005

Die vierte Woche

Ich muss schon sagen, diese Woche ging unheimlich schnell vorbei und ich wage (mit Vorsicht) zu sagen, dass dies die erste Woche ist, in der ich mich hier langsam wohl fühle.

Nun kennen wir uns schon ein bisschen besser in Riihimäki aus, wir wissen so langsam, wo wir was finden und wie wir wo hin kommen. Man gewöhnt sich an die Sprache und an die Temperaturen (obwohl ich das Gefühl habe, dass es langsam wärmer wird – wir haben früh und abends nur noch -7 °C).

Trotzdem finde ich es sehr wichtig, dass wir in der Zeit in der wir hier sind so genannte Anker haben, Punkte an denen wir uns festhalten können. Punkte, bei denen wir wissen, dass in soundso vielen Wochen ein bestimmtes Ereignis auf uns zukommt, auf das wir uns freuen können.

Nächstes Wochenende ist Ostern, da haben wir einen Ausflug nach Seurasaari (Insel, die zu Helsinki gehört) zum Osterfeuer geplant, in vier Wochen fahren wir übers Wochenende nach Lappland, drei Wochen später ist die Party-Schifffahrt geplant und die Woche danach fliegen wir zu Besuch nach Hause…

So hat man immer etwas, an dem man sich festhalten kann, was einem den Mut gibt hier jeden Tag ums neue durchzuhalten.

Nun, es ist nun nicht so unerträglich hier, dass ich unbedingt weg will, aber man merkt schon sehr, wer und was einem in Deutschland sehr wichtig ist und was nun fehlt.


Heute haben wir im Stockmann in Helsinki den ersten richtig guten Bäcker gefunden. Da haben wir uns erst einmal ein richtig gutes (noch warmes) französisches Baguette gekauft. Und dazu gab es, man will es kaum glauben, Schwarzwälder Schinkenspeck. Wie zu Hause in Offenburg, das hat so gut getan.


Die letzte Woche war sehr ereignisreich, daher ist sie uns wahrscheinlich auch so kurz vorgekommen.

Am Montag waren wir wegen unseren Projekten in der Hochschule. Wir wissen zwar nun etwas mehr darüber, was wir machen sollen, aber so richtig kommen die hier nicht aus den Gängen. Der Projektleiter von dem Projekt, an dem ich mitarbeite, ist nun erst mal für zwei Wochen in Brasilien, d. h. bis dahin wird nicht wirklich viel passieren. Turo, der für PHP zuständig ist, weiß auch nicht wirklich viel über das Projekt und solange ich nicht weiß, welche Bilder usw. ich verwenden kann, kann ich schlecht ein Layout erstellen.

Eva und ich gehen jetzt immer Montag und Freitag schwimmen, damit wir am Ende des Auslandsemesters unsere Traumfigur erreicht haben (müsste ich nur noch aufhören so viel zu naschen, dann geht’s bestimmt schnellerJ, aber das ist immer so lecker…).

Am Dienstag hatten wir wieder unseren Finnischkurs in Hämeenlinna. In Zukunft werde ich mir wohl wünschen, es wäre jeden Tag Dienstag oder Donnerstag.

Dienstagabend waren wir bei Hanna zum Geburtstag eingeladen. Eigentlich hatten wir nicht so Lust drauf und wollten auch früh wieder gehen. Aber dann war es echt super lustig. Am schönsten ist es, dass wir total integriert wurden. Mehrmals am Abend kamen Leute auf uns zu: „... und ihr kommt also aus Deutschland... “. Dann haben sie von ihren Erfahrungen und Besuchen in D und ihren Sprachkenntnissen erzählt.

Und feiern können die Finnen allemal – und auch wenn der Alkohol hier super teuer ist, saufen tun sie alle, wie die großen.





Hannas Geburtstagskuchen

Das Partyhuhn

Schon wieder Huhn

Haben wir einen Spaß

Mittwoch
waren wir mit Lasse und Olli bowlen. Das war auch ein lustiger und vor allem billiger Abend (12 € eine Bahn pro Stunde).


Am Donnerstag ist der Finnischkurs leider ausgefallen - also konnte ich Alesandro gar nicht sehen. :-(

Lasse kam dann später vorbei, ob wir was mit trinken gehen. Als wir uns dann endlich fertig gemacht hatten und in die Stadt gelaufen waren, waren die anderen schon wieder alle zu Hause. Mhm, dumm gelaufen, aber wir waren noch mal an der frischen Luft.

Und geschlafen hab ich wie ein Baby – ich bin am nächsten Tag erst halb drei nachmittags wieder aufgewacht.

Gestern waren wir wieder schwimmen und heute in Helsinki – zum shoppen.

Dienstag, März 15, 2005

Grieche in Finnland

Wie war das? Ich sollte mir hier doch keinen Finnen anlachen und dann auf die Idee kommen hier bleiben zu wollen.

Mhm, nachdem die Männer von hier eher ... naja, ... sie sind halt nicht so mein Geschmack.
Also habe ich mir folgendes überlegt: ich lache mir hier einfach einen Griechen an. Die Entfernung nach Griechenland dürfte doch ungefähr die gleiche von Deutschland aus sein wie nach Finnland. Und da ist es auch viel wärmer als hier - also nur Vorteile. *g*

Heute waren wir zum fünften Mal beim Finnischkurs in Hämeenlinna. Unser Spanier kam dieses Mal mit Anhang. Im Schlepptau hatte er Alesandro aus Griechenland.

Was soll ich sagen?
- groß, lange dunkle Locken bis zur Schulter und unheimlich (super geile) braune Augen

--> Ähnlichkeiten zu bestimmten Personen, die hier natürlich nicht genannt werden sollen, sind natürlich nur ganz rein zufällig. *gfg*

Ich war gleich ganz von der Rolle - Eva musste mich mehrmals ermahnen, weil ich schon wieder am abschweifen und träumen war.

Hach ja, so ist das - ich glaub es wird Frühling!!!


Sonntag, März 13, 2005

Tampere

Wir sind am 21.02.05 in Tampere gelandet und haben vor dem Wochenende in Evo einen zweistündigen Aufenthalt dort gehabt. Aber so richitg was gesehen haben wir von der Stadt nicht. Im ersten Moment fand ich Tampere auch richtig häßlich.

Nun war es an der Zeit mal zu schauen, ob Tampere nicht doch mehr zu bieten hat.

Man glaubt gar nicht, wie gut es ist, doch mal etwas aufmerksamer in einem Reiseführer zu lesen. In den großen Städten gibt es immer ein komplettes Heft über sehenswertes in der jeweiligen Stadt und Umgebung (wir haben eins von Helsinki und Tampere).
Und, was soll ich sagen - Tampere hat wirklich eine ganze Menge zu bieten, mehr als ich dachte.


Haupteinkaufsstraße Hämeenkatu,
rechts Rathaus am Keskustori-Platz


In Tampere sieht man an jeder zweiten Ecke alte Fabrikgebäude aus Backstein.
Da kommt schnell die Frage auf: Was ist das alles?
Nun, Tampere hat sich von einem kleinen Dorf zum Bahnbrecher der finnischen Textil-, Maschinen- und Holzindustrie entwickelt. Ab der Gründung der Stadt um 1800 ging es mit der Industrie stetig bergauf. Es entstanden (um nur einige zu nennen) die erste Papierfabrik Finnlands
(J. C. Frenckell & Sohn), die Baumwollfabrik Finlayson, eine Tuchfabrik und eine Wollspinnerei.


Altes Backsteingebäude -
ehem. Baumwollfabrik Finlayson


Nach der allmählichen Stilllegung der Fabriken um 1970 begann in den 80er Jahren die Umwandlung der Fabrikgebäude für neue Tätigkeiten und Zwecke.
Heute gibt es in den roten Backsteinbauten vor allem Museen, Restaurants und Cafés sowie Kultur und Unterhaltung.


Fabrikkonstruktionen im
Finlayson


Café im Finlayson-Gebäude

Vom 09.-13.03.05 fand u. a. im Finlayson-Gebäude das Tampere Film Festival statt. Dieses Jahr war das 35. Jubiläum des wohl größten und ältesten Kurzfilmfestivals im nördlichen Europa. Hier nehmen sowohl nationale als auch internationale Filme am Wettbewerb teil.


Kinosaal Tampere Film Festival

Wir als renommierte Medienstudenten *g* konnten natürlich bei so einer Veranstaltung nicht fehlen.
Also zog es uns, wie viele andere Filminteressierte auch, am Samstag (12.03.05) in die drittgrößte Stadt Finnlands, nach Tampere.

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. So wird es uns dann wohl auch keiner übel nehmen, wenn wir sagen, dass die Filme zum Teil sehr durchgedreht waren. Vielleicht sind wir auch einfach viel zu normal, doch manchmal fragt man sich dann doch, was das eigentlich für einen Sinn und Zweck erfüllen soll, was man da auf der Leinwand präsentiert bekommt...



Da war uns dann doch das Spy Museum lieber.
Das Spionagemuseum ist das erste Spezialmuseum der Welt für Spionage. Dort trifft man internationale Spitzenagenten, zumeist aus der Zeit des zweiten Weltkrieges, und kann sich mit deren Methoden vertraut machen.


Eingangsschild Spionagemuseum

Das Museum ist an sich sehr klein, überrascht aber mit detaillierten Informationen über die verschiedenen Spione (in verschiedenen Sprachen) und seinen vielen kleinen Dingen zum selber ausprobieren, z.B. unsichtbare Tinte, Geräte zum Stimmen verzerren...



Tampere liegt auf einer Landenge zwischen zwei großen Seen, Näsijärvi und Pyhäjärvi. Direkt am See Näsijärvi befindet sich Särkänniemi - Finnlands vielseitigster Erlebnispark.
Das ganze Jahr über kann man dort eine große Angebotspalette wahrnehmen. Diese reicht von Delphinarium, Planetarium über Streichelzoo, zahlreiche, verschiedene Fahrgeschäfte bis hin zum Besuch des Kunstmuseums Sara Hildén und dem Aussichtsturm Näsinneula.
Näsinneula ist mit 168 m Höhe Finnlands höchster Aussichtsturm. Von dort hat man einen wunderschönen Blick über die Seenlandschaft Tampere.



Jetzt im Winter sind die Fahrgeschäfte des Freizeitparks geschlossen, der See ist weitest gehend zugefroren und alles wirkt ein bisschen verlassen.
Dafür kann man, wenn man dick eingepackt ist und den eiskalten Wind nicht scheut, auf dem See spazieren gehen oder auch darauf Windsurfen.

Tampere ist eine wirklich wunderschöne Stadt, in der man immer wieder neues und aufregendes entdecken kann - sie ist also auf alle Fälle einen, oder gleich mehrere Besuche wert.




urige Kneipe im Kinocentrum Plevna

Wollt ihr mehr über Tampere erfahren?



Samstag, März 12, 2005

Helsinki

Am Mittwoch (09.03.05) waren Eva und ich auf Sightseeingtour in Helsinki.

Helsinki ist seit 1812 die Hauptstadt von Finnland. Sie wurde 1550 vom schwedischen König Gustav I. Wasa gegründet. Dort leben heute ca. 560.000 Menschen - damit ist Helsinki die größte Stadt Finnlands.

Wenn man nach Helsinki kommt, wird man erst mal von der Wucht der Großstadt erschlagen. Im Vorfeld hat man nun Berge von Reiseführern durchgewälzt und weiß wie viel schönes Helsinki zu bieten hat, und nun kommt die Frage auf: Wo fange ich an?

Der preisgünstigste (1,80 €) und schnellste Weg, zahlreiche Sehenswürdigkeiten in Helsinki zu sehen, ist eine Tour mit der Straßenbahnlinie T3.
Und weil wir nicht schon lange genug im Zug von Riihimäki nach Helsinki saßen (ca. eine Std.), haben wir das gleich in Anspruch genommen.
Dadurch haben wir einen ersten Überblick bekommen, was es denn alles zu sehen gibt und wo es ungefähr liegt.

Danach sind wir ins STOCKMANN gestürmt. Das Stockmann ist Skandinaviens größtes Kaufhaus und das alleine ist Grund genug, es einmal besucht zu haben. *g*

Da Helsinki, wie fast alles in Finnland, von Wasser umgeben ist, ging unserer zweiter Weg auf zum Hafen.
Selten ist die Hauptstadt auch gleichzeitig das Haupteingangstor zu einem Land. So auch Helsinki - fast alle Wege führen über die Hauptstadt ins Landesinnere.

Im Sommer trifft man am Hafen laut Reiseführer reges Treiben an. Der Marktplatz Kauppatori, direkt am Südhafen (Eteläsatama), ist Dreh- und Angelpunkt des maritimen Helsinki.


Südhafen (Eteläsatama)

Hier bieten die Händler schon früh am Morgen ihre Köstlichkeiten, die von Obst und Gemüse, über frischen Fisch bis hin zu Blumenständen reichen, an.

Jetzt, im Winter, ist es leider nur kalt und windig, von regem Treiben keine Spur. Es sind kaum Stände vorhanden und nur vereinzelte Eisschollen treiben einsam auf der Ostsee.


Eisschollen auf der Ostsee

Gleich daneben befindet sich die Alte Markthalle (Kauppahalli). Sie stammt noch aus der Zarenzeit und ist seit 1889 Anlaufstelle für Helsinkier Feinschmecker und eine beliebte Sehenswürdigkeit. Hier findet man neben Backwaren, frischem Obst und Gemüse auch Milchprodukte, Fleisch und Fisch. Selbst ein Sushi-Restaurant und lappische Spezialitäten kann man hier probieren und genießen (oder auch nicht *g*).



Alte Markthalle

Fischstand Alte Markthalle
Gar nicht weit vom Hafen befindet sich der Senatsplatz, das Herz der Stadt.
Dort stehen gleich drei vom deutschen Architekten Carl Ludwig Engel entworfene Bauwerke - der Dom, das Regierungspalais und das Hauptgebäude der Universität.
Der Dom am Senatsplatz ist dabei wohl das meistfotografierte und bekannteste Bauwerk Finnlands.


Dom am Senatsplatz

Mit Blick auf den Dom haben wir uns bei Tee und Kakao im Café Engel, direkt am Senatsplatz, aufgewärmt und beschlossen dass wir sobald es wärmer ist unbedingt erneut einen Ausflug hierher unternehmen müssen.

Wenn ihr mehr über Helsinki erfahren wollt, dann schaut doch einfach mal auf:

Dienstag, März 08, 2005

Auf Kleinigkeiten achten

Die letzten Tage habe ich zu Eva gesagt, dass wir eigentlich viel mehr auf alle möglichen Kleinigkeiten, die wir hier erleben achten müssen. Und vor allem sollten wir mehr Fotos machen - auch Sachen fotografieren, wo wir im ersten Moment denken, dass sie unwichtig sind, weil wir sie ja jeden Tag sehen oder weil sie einfach unspektakulär sind.
Zum Beispiel die Innenstadt in Riihimäki oder die Hochschule...
Was ist, wenn uns zu Hause jemand fragt, wie es hier aussieht und wir haben keine Bilder gemacht?!

Um gleich damit anzufangen:

Sonnenuntergänge
Ich habe das Gefühl, die Sonne geht hier anders unter. Naja, nicht direkt anders, also sie geht schon, wie in Deutschland im Westen unter, aber viel schöner als dort.
In Deutschland muss man Glück haben, kann man nur drauf hoffen, wenn es ein wirklich schöner, sonnenreicher Tag war, um so etwas zu sehen, was wir hier in Finnland jeden Tag erleben.

Hier ist jeder Sonnenuntergang ein farbenprächtiges Ereignis. Jeden Abend verabschiedet sich die Sonne in einer anderen Farbe - mal in den schönsten Rottönen, dann wieder eher gelb bis tabakfarben oder rosa/blau. Heute Abend war der Sonnenuntergan in den verschiedensten Blautönen zu bewundern.



Sonnenuntergang in Finnland

Ich frag mich halt, woher das kommt? Ob es einfach daran liegt, dass wir hier so weit nördlich sind? Ich meine, wenn man noch weiter in den Norden geht, kann man ja auch die Nordlichter sehen. Oder liegt es daran, dass wir hier den Tag über meistens den schönsten Sonnenschein
haben (es ist wirklich unheimlich hell hier - ich muss dauernd niesen)?

Fragen über Fragen.
Wer eine Antwort weiß - ich lass mich gerne belehren. *g*

Sonntag, März 06, 2005

Warum eigentlich Finnland?

Ich weiß, das kommt vielleicht jetzt ein bisschen spät, aber ich habe festgestellt, dass wir immer wieder gefragt werden: "Warum geht ihr gerade nach Finnland?".

Nun ja, meine Antwort fällt standardmäßig eigentlich so aus: "Weil es hier große Männer gibt."
:-)

Dazu muss ich leider anmerken, dass wir gänzlich enttäuscht wurden. Also ich habe hier bis jetzt, wie schon in vorherigen Einträgen erwähnt, weder große noch gut aussehende Männer entdeckt.

Nun, dann kann ich wohl mit dieser Erklärung nicht mehr kommen.

Für meinen Teil ist es so, dass mich die nordischen Länder schon immer mehr angezogen haben. Ich kann nicht genau erklären warum, aber wenn es darum geht, in welches Land ich gerne mal reisen möchte, dann bekommt man von mir eher Norwegen, Schweden, Finnland, Schottland, Irland oder Island zu hören als Spanien, Italien usw.

Ein weiterer Grund war und ist, dass man sich hier mit Englisch verständigen kann. Für ein südlicheres Land hätte ich eine weitere Fremdsprache, wie Spanisch oder Französisch lernen müssen. Ich dachte mir, es ist doch besser, wenn ich erst mal eine Fremdsprache 'fließend' beherrsche. Später kann ich mir immer noch eine weitere aneignen. O. k. wir lernen jetzt Finnisch - im Vergleich dazu, wieviele Menschen Finnisch sprechen und wieviele Spanisch, wäre Spanisch wohl die bessere Variante gewesen. *g*

Aber wenn ich überlege, dass es im Süden jetzt schon viel wärmer ist und wir hier zum Teil -18 °C haben, dann frag ich mich schon, ob ich mich für das richtige Land entschieden habe.

Erstes richtiges Wochenende in der Fremde

So, nun sind wir also schon zwei Wochen hier (so schnell vergeht die Zeit).

In den letzten Tagen ist unsagenhaft wenig passiert. Wir rennen seit knapp einer Woche dem Professor hinterher, der eigentlich für unsere Projekte während des Praktikums hier zuständig ist.
Der gute Mann hat nur ständig keine Zeit ("I'm busy, I'm busy...") und läuft, wenn wir ihn mal sehen, an uns vorbei, als ob er uns nicht kennen würde.

Sehr aufregend alles. Langsam nervt es - ich will endlich was zu tun haben.
Das beste ist, dass die kommende Woche Ferien sind, d. h. es ist keiner an der Hochschule. Also noch mal eine ganze Woche warten.

Zum Glück konnten wir bereits grobes vom Assistenten des Profs über die Projekte in Erfahrung. Eva soll das GUI (Grafical User Interface) für eine Waffenfirma machen und ich bin für das GUI und Flash-Animationen fürs Millitär (Panzer und so ein Zeug) zuständig.

Klingt weniger berauschend, aber wir sind gespannt und hoffen das es bald richtig los geht.

Dieses Wochenende sieht daher sehr mager aus. Wir sitzen eigentlich von früh bis spät vorm Rechner - unsere einzige Kommunikation zur Aussenwelt. *g*
Ich habe mir extra eine Lern-CD für Flash mitgenommen, die ich grad durcharbeite und dann gibt es ja auch noch das Weblog, E-Mails und Finnisch-Vokabeln, die gelernt werden wollen.


im Wald

Gestern Nachmittag haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht. Hinter unserem Wohnviertel beginnt ja sozusagen der Wald. Uns ist aufgefallen, das einige Finnen sich hier recht schöne Häusschen hingestellt haben. Einige sind aus bunt bemaltem Holz (so richtig, wie man sich das für Finnland vorstellt - erinnert mich immer ein bisschen an "Pippi Langstrumpf", obwohl die ja aus Schweden ist), aber viele sind ganz normal aus Stein. Andere sehen wieder extrem nach Puppenhaus aus, so in der Art Herrenhaus, wie man sie aus "Vom Winde verweht" kennt.




Diana

und Eva

Nächste Woche wollen wir evtl. einen Ausflug nach Helsinki machen. Es kommt ganz drauf an, wie das Wetter ist -> bei -10°C hat man nämlich alles andere als Lust, sich irgendetwas anzuschauen. Da verkriecht man sich lieber ins Warme.

Donnerstag, März 03, 2005

Party im Seurahuone

Nach dem gestrigen Schlittenrennen ging es zu unserer ersten Party ins Seurahuone. Das Seurahuone ist ein Hotel in der Innenstadt von Riihimäki, dort werden meistens die Parties der Hochschule abgehalten.

Nachdem sich beim Schlittenrennen ja nun schon einige Fans von uns gefunden hatten, ging es im Seurahuone gleich weiter. Der eine hat uns den Eintritt gezahlt, der nächste bringt die Getränke vorbei...

Im Seurahuone gibt es einen richtigen Club, wo man tanzen kann - ähnlich den Discos, die wir auch in Deutschland haben. In den Discos in Finnland hört man übrigens die gleiche Musik wie wir in Deutschland auch (hiermit räume ich einfach mal die Vorurteile auf, dass Finnen nur Gothik und Dark wie "Him", "Nightwish", "Evanescence" und solche Sachen hören).


Ich sag's ja, "schöne" Männer gibt hier nicht *g*

Es war echt ein toller Abend. Eva und ich haben uns richtig integriert gefühlt, als wäre es schon immer so, dass wir dabei sind. Und es geht überraschend einfach sich den ganzen Abend auf Englisch zu unterhalten. *g*


auf der Tanzfläche

In Deutschland ist das irgendwie alles ganz anders. Die Austauschstudenten bei uns sind immer für sich und die Deutschen auch. Man bekommt schnell das Gefühl, dass die Deutschen die Austauschstudenten nicht dabei haben wollen.
In Finnland passiert das nicht - hier gehört man dazu, egal wo man her kommt.



Eva und Olle (der ist echt nett *g*)

Schlittenrennen

Gestern fand ein "Sledge racing" der Häme Polytechnic Riihimäki statt.
Das braucht man sich nicht so aufregend vorstellen. Das sind einfach eine Meute betrunkener Studenten, die sich waghalsig mit allen möglichen Mitteln, möglichst schnell eine Schneepiste hinunter bewegen bzw. wollen.

Wahrscheinlich gibt es da sogar richtige Wettstreite unter den einzelnen Hochschulen im Land - alle Studenten von Häme haben einen speziellen Anzug, an dem sie erkennen, dass sie alle zusammen gehören. Die Anzüge sehen wie eine Art Blaumann aus, wie ein durchgängiger Skianzug in dunklem blau gehalten, mit allerhand Stickern (Bügelbildern) drauf. Sieht richtig professionell aus. *g*

Auf dem Hügel (es soll ja Hügel in Finnland geben) treffen sich alle. Dort wird sich dann erst mal Mut angetrunken und dann geht es ab in die Tiefe.
Dabei kommen vor allem die künstlerischen Köpfe nicht zu kurz, denn alles, was sich irgendwie zum rodeln eignet wird zum Schlitten umfunktioniert.
Einige Studenten waren als Piraten verkleidet und sind auf einem Flos den Berg hinab, die nächsten haben ihre WG-Couch mit Ski ausgestattet und sind mehr oder weniger gemütlich in den Schnee geflogen. Oder man bewegt sich ganz traditionel im Plastik-Schlitten den Abhang hinab.

Ich weiß nicht genau, woran das lag, aber sobald wir aufgetaucht sind, hat sich alles um uns gedrängt, wir sollen doch auch unbedingt mal rodeln.

Wahrscheinlich haben sie uns das nicht zugetraut, auf alle Fälle gab es einen riesen Aufruhr, als wir uns mit dem Schlitten den Berg hinabgestürzt haben --> "saksalainen, saksalainen" - die Deutschen, die Deutschen.

Dienstag, März 01, 2005

Finnish and Culture

Heute (1.3.05) hatten wir die erste Stunde unseres Finnischkurses in Hämeenlinna. Hämeenlinna ist eine halbe Stunde mit dem Zug von Riihimäki entfernt. Dort hat die Häme Polytechnik im "Wetterhoffbuilding" eine weitere Zweigstelle für die Studienrichtungen Design und Mode.

Unser Finnischkurs besteht aus einem bunten Haufen von Austauschstudenten aus den verschiedensten Ländern. Es nehmen Studenten aus Tschechien, England, Frankreich, Mexiko, Spanien und Deutschland teil.

Mit uns sind noch zwei weitere Deutsche Studentinnen im Kurs - Monique und Kathrin, sie studieren in Schneeberg (Westsächsiche Hochschule Zwickau) Modedesign und sind auch für ein halbes Jahr im Praktikum hier.

Freu mich schon auf Donnerstag, dann gehts weiter.
Wir haben immer Dienstags und Donnerstags, 15:00 - 17:00 den Kurs.

Es sind auch einige Exkursionen geplant, soweit ich das mitbekommen habe. Ich bin auf alle Fälle gespannt.