Linnunradankatu heißt "Milchstraße" auf finnisch. Das ist die Straße in der das Wohnheim in Riihimäki ist, dort wohnen wir für ein halbes Jahr (21.2. - 03.08.2005).

Sonntag, Februar 27, 2005

Erlebniswochenende in Evo

Das Wochenende vom 25.2. - 27.2.05 ging es also auf zur Exkursion nach Evo.

Vorher haben wir noch eine Werksbesichtung bei Nokia in Tampere gemacht. Mann, hab mich schon lange nicht mehr so gelangweilt – aber das Mittagessen war gut. *g*

Danach ging’s auf nach Evo – mitten in die Pampa. Wir haben dort in einer Herberge zwischen zwei großen Seen übernachtet.


See vor der Unterkunft


Am Abend ging’s dann (nach der anstrengenden Führung bei Nokia) erst mal in die Sauna.

Wo wir auch beim Thema wären:
In Finnland ist es üblich, dass man getrennt sauniert. Nix mit gucken, was das andere Geschlecht so zu bieten hat, oder auch nicht :-).

Ich glaube, wenn die Finnen wüssten, wie wir das in Deutschland machen, wären sie ganz schön schockiert.

Und weil viele immer denken, die Finnen müssten doch wissen, wie man richtig sauniert und was man dabei alles beachten muss… Dazu gibt’s nur eins zu sagen: in Finnland kann jeder seinen Saunagang so bestreiten, wie er es gerne hätte. Es gibt keine Regeln. Wer danach im Schnee „Engel“ spielen will - soll das tun, wer drei Gänge macht – bitte. Jeder wie er es gerne hätte.

Am nächsten Morgen waren wir Eisangeln.



der Eisbohrer und ich


In Finnland sind ungefähr ab Ende November bis Ende März die Seen zugefroren, d.h. man kann dort beliebig drauf herum spazieren.

Wir haben also mit einer Art „Riesen-Korkenzieher“ Löcher ins Eis bebohrt und unsere Angeln ins Wasser gehalten. Und dann heißt es warten und warten und warten…

Leider haben wir nichts gefangen. *schnief*


Vor dem Mittag ging es dann los mit Schneeschuhen – wie Tennisschläger, die man unter die Füße bindet, auf zur Wanderung.



Eva und ich auf dem zugefrorenen See


Das ganze ist eigentlich eine recht witzige Angelegenheit, man muss nur aufpassen, dass man sich nicht selbst ein Bein stellt. Und wer dachte, in Finnland gibt es keine Berge. Weit gefehlt. Um den Weg abzukürzen mussten wir einen ganz schön steilen Berg hoch krackseln. Auf alle Fälle tolles „Bauch-Beine-Po“- Training – Muskelkater garantiert. *g*

Zu Mittag haben wir dann in einer Art Holzhütte mit riesigem Ofen in der Mitte gegessen. (hab mir auch gleich bei dem Versuch, meine Füße zu wärmen die Schuhe versenkt – shit happens).






vor der Hütte

in der Hütte

in der Hütte - Würstchen grillen


Super gemütlich, mit Tierfellen auf dem Boden. Man kann dort auch übernachten. Schöne Vorstellung: mit einem netten jungen Mann, ganz alleine vor dem Feuer, …

Was der absolute Hammer ist: da es dort auf weiten Strecken meist nur sehr wenig Zivilisation gibt, ist natürlich eine unglaubliche Ruhe dort, kein Straßenlärm, kein Kindergeschrei, ... Ich kann das gar nicht beschreiben. Es ist einfach total still, man hört nichts, absolute Ruhe. Einfach herrlich.


auf dem zugefrorenen See


Mittwoch, Februar 23, 2005

Freundlichkeit der Finnen

Die Finnen sind ein unheimlich freundliches und hilfbereites Völkchen, das würde man in Deutschland nie so erleben.

Es ist unglaublich, wie sehr sich unser Tutor Lasse um uns kümmert.
Wir haben ihn schon regelrecht Löcher in den Bauch gefragt und er ist immer noch freundlich und fragt immer wieder nach, ob alles i. o. ist und ob wir noch etwas brauchen.

Er hat extra ein Auto organisiert, dass er uns vom Flughafen abholen kann (von Riihimäki nach Tampere und zurück sind es immerhin fast 200 km).
Damit wir abends auch etwas zu essen haben, sind wir extra noch einkaufen gefahren (natürlich zu Lidl).

Lasse hatte am Dienstag (22.2.05) keinen Unterricht. Er hat uns also morgens den Weg zur Hochschule gezeigt, uns dort herum geführt, unsere Passwörter für die Hochschulrechner besorgt und den ganzen Tag auf uns gewartet, damit wir zusammen einkaufen gehen können.

Mina hatte nach der Hochschule keine Zeit und da hat Lasse Hanna „besorgt“, damit wir Putzzeug kaufen können und nicht zu Fuß gehen müssen.

Hanna hat uns dann ihr Putzzeug zum wischen geliehen, damit wir nicht extra welches kaufen müssen und uns den Duschvorhang und Haken dafür besorgt. Später kam sie noch mal vorbei und hatte Überzüge für die (ekligen) Matratzen in der Hand. Die hat ihr ihre Mutter extra für uns mitgegeben.

Nächste Woche beginnt unser Finnischkurs in Hämeenlinna (Richtung Tampere) und unser Professor Timo hat uns angeboten, dass er uns da hinfahren kann, weil er dort wohnt. Dann müssen wir nur mit dem Bus/Zug zurück fahren.



Wohnheim Linnunradankatu

Als wir in unsere neue Wohnung (für das nächste halbe Jahr) kamen, ist mir ja echt die Spucke weggeblieben. Ich musste mich ganz arg beherrschen, dass mir nicht die Tränen kommen *schnief*.


mein Zimmer

Die Betten sind der Hammer: vielleicht 80 cm breit, die Matratzen sind super verkeimt und Bettzeug gibt es auch nicht wirklich, nur Decken und in meiner lag sicher mal ein Hund, nach den Haaren zu urteilen. Die Kissen sind so versifft, da schlaf ich keine Nacht drauf.


versifftes Kissen

Im Bad haben wir keine richtige Dusche, sondern nur einen Abfluss und keinen Duschvorhang. Wenn man da duscht, ist später alles pitsche nass.


unser Badezimmer

Unsere Küche mussten wir auch erst einmal gründlich reinigen.
Leider konnten wir kein eigenes Geschirr mitbringen (wir haben so schon genug Übergepäck gehabt :-)), so haben wir immer nur zwei Teile vom jeweiligen Geschirr.


unsere Küche


Wenn ich alleine her gekommen wäre, ich hätte bestimmt auf dem Absatz kehrt gemacht und wäre mit der nächsten Maschine zurück geflogen. Gut, dass Eva dabei ist – und dass es ihr auch nicht anders zu Mute war.


Aber wie sagt man so schön: „Nichts ist so, wie es im ersten Moment scheint“.

Am nächsten Tag sind wir erst mal losgezogen und haben neue Bettsachen und Putzzeug gekauft und unserer Wohnung auf Vordermann gebracht.
Dann haben wir alles, was wir an kostenlosen Postkarten auftreiben konnten, mitgenommen und damit bei uns die Wände verziert.
Nun sieht es schon wesentlich wohnlicher aus und wir fühlen uns auch ein bisschen heimischer.

Das Beste ist natürlich, dass es hier auch "Lidl" gibt - so haben wir noch ein Stückchen mehr Heimat ganz in der Nähe. *g*




Wohnheim Linnunradankatu

Ankunft in Finnland

Am Montag, 21.02.2005 ging’s nun also los, los in das weite und kalte Finnland (durchschnittlich haben wir hier -14 °C).

Evas Eltern haben uns zum Flughafen nach Frankfurt/Hahn gefahren.

Dort mussten wir dann erst mal unser vieles Übergepäck zahlen (bei Ryanair darf man nur 15 kg mitnehmen) *g*.

Wir starteten 12:20 in Deutschland und waren 16:00 in Tampere, Finnland (eine Std. Zeitverzögerung -> 15:00 in D).


Finnland von oben

Am Flughafen haben uns dann Lasse und Mina abgeholt.

Lasse ist unser Tutor, der sich als eine Art „Ersatzmama“ um uns kümmert. Wir können jederzeit zu ihm kommen und ihn alles fragen.

Sonntag, Februar 20, 2005

Abschiedsparty WG Elgersweier

Am 17.02.2005 fand in unserer WG (Martin, Flo, Diana) unsere Abschiedsfete statt.

Nach zwei Semestern am Stück Vorlesungen war es wieder einmal soweit, dass wir uns alle für ein halbes Jahr trennen müssen.
Das zweite Praxissemester steht vor der Tür und jeden zieht es in einen anderen Teil des Landes/der Welt.

Einige verweilen in Deutschland, aber viele verbringen ihr Praktikum auch in einem fremden Land, z. B. Spanien, Mexiko, Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) oder eben in Finnland.

Zum Abschied haben wir also noch mal eine kleine Party für unsere "liebsten" veranstaltet.
Leider konnten nicht alle geladenen Gäste teilnehmen, da viele schon auf dem Weg in die Heimat oder ins Praktikum waren.

Es war ein sehr netter Abend und ich erinnere mich gerne daran zurück. Auf dass wir weiterhin viele Parties feiern, wenn wir wieder alle beisammen sind.










im Wohnzimmer

ganz schön verqualmt bei uns :-)

Diana, Martin und Maren


nach der Party - geschafft, aber glücklich :-)