Turku
Am Samstag (07.05.05) waren wir, nachdem wir den Ausflug schon einmal wegen schlechtem Wetters verschoben hatten, in Turku.
Samstag Morgen 8:09 Uhr ging unser Zug, bei strahlendem Sonnenschein, ab Riihimäki. Die Zugfahrt nach Turku dauert drei Stunden, in denen wir genügend Zeit hatten, in unseren Reiseführern zu schmökern, was denn da auf uns wartet und was wir unternehmen können.
Am Anfang der Reise waren wir noch frohen Mutes, die Sonne begleitete uns auf unserem Weg.
Als wir allerdings in Turku ankamen, mussten wir feststellen, das wir dem schönen Wetter wohl davon gefahren sind: der Himmel war bedeckt.
Also sind wir erst Mal einen Kaffee trinken gegangen, direkt am Marktplatz, im Sokos Hotel. Leider versprach das Wetter danach immer noch nicht mehr als 8 °C und nun hatte es auch noch begonnen zu regnen.
Was liegt da näher, als erst mal shoppen zu gehen?
Also auf zu H & M – den hatten wir ja nicht erst die Woche davor in Helsinki halb leer gekauft.
Zwei Stunden später :-):
Dann konnten wir uns einigermaßen aufraffen, endlich mit unserer Sightseeingtour zu starten.
Im Heft über Turku haben wir von einem Spaziergang vom Dom zur Burg, direkt am Fluss Aurajoki („joki“ ist finn. Fluss) entlang gelesen.
Unsere erste Station war, wie schwer am Namen der Tour zu erkennen, der Dom zu Turku.
Der Dom wurde um 1300 eingeweiht und gilt als das wertvollste baugeschichtliche Denkmal Finnlands. Das Besondere am Dom ist die jährliche, feierliche Verkündung des Weihnachtsfriedens. Die Glocken des Doms schlagen dafür zwölf Mal, danach wird die Tradition, die Turku als einzige Stadt Skandinaviens heute noch pflegt, begangen.
Die nächste Station ist das Doppelmuseum Aboa Vetus & Ars Nova.
Den Kern des Museums Aboa Vetus bildet ein mittelalterliches Stadtviertel, das Anfang der 1990er Jahre bei Renovierungsarbeiten zufällig gefunden wurde.
Das Ars Nova repräsentiert eine Sammlung von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, mit über 500 Werken finnischer und internationaler Vertreter der modernen Kunst.
In der Läntinen Rantakatu, direkt am Aurajoki, befindet sich das um 1700 erbaute Qwensel Haus (Qwenselin talo). Es ist das älteste noch erhaltene Bürgerhaus in Turku. Darin befindet sich heute das Apothekenmuseum.
Weiter entlang an den Ufern des Aurajoki bekommt dieser ein immer maritimeres Gepräge. Hier können nun auch größere Schiffe den Fluss befahren.
Vorbei am Gasthafen von Turku und allerhand Restaurants mit Blick auf den Fluss kommen wir zu einer aus dem Wasser ragenden Walflosse.
Die Metallplastik „Harmonia“ wurde von dem Berliner Künstler Achim Kühn geschaffen.
Am Varvintori-Platz sieht man das steinerne Ensemble „North“ von Micha Ullman. Dieses und das von Mario Merz Stadtkunstwerk „Fibonacci Sequence 1-55“ am Schonstein der Turkuer Stromversorgung sind Bestandteil des Projekts „Skulpturenstadt Turku“.
Auf der Höhe des Varvintori-Platzes liegt auch die Dreimastbark Sigyn.
Sie stammt aus dem Jahr 1887 und fuhr früher nach Kanada, Südamerika und Afrika.
Am Hafen von Turku sieht man riesige Kräne zum Verladen der Waren, die aus ‚fernen’ Ländern ihren Weg nach Turku finden.
Hier liegen auch das Segelschiff Suomen Joutsen und das Minenschiff Keihässalmi.
Der Dreimaster Suomen Joutsen wurde 1902 gebaut und diente in den 1930er Jahren als Schulschiff der Kriegsmarine und 1960-1989 als Seefahrtsschule der finnischen Handelsflotte. Sie war lange auch als Salpeterfrachter zwischen Südamerika und Europa unterwegs.
Beide sind heute Museumsschiffe.
Das maritime Zentrum Forum Marinum ist die vorletzte Station des Spaziergangs. Hier finden ständig wechselnde Ausstellungen statt, die einen Einblick in die Welt der Seefahrt geben. Sie informieren über die finnische Marine, den Zoll und Küstenschutz, sowie über das Lotsenwesen.
Und dann sind wir auch am Ende der Tour angekommen. Die Burg zu Turku.
Ihre Geschichte beginnt um 1280. Sie ist eine der bedeutendsten Nationalschätze Finnlands. Dort kann man sich in Ausstellungen über die Geschichte Turkus und Finnlands informieren und einen Einblick in die Bekleidungs- Einrichtungs- und Fest- bzw. Brauchtumskultur vergangener Zeiten gewinnen.
Am Ende unserer Tour direkt am Wasser, waren wir ganz schön durchgefroren, hatten Hunger und somit auch keine Lust mehr, die Burg genauer zu besichtigen.
Das müssen wir dann wohl später nachholen. *g*
Als wir auf dem Rückweg in die Innenstadt, auf der Suche nach etwas günstig Essbarem waren, sind die Wolken dann aufgebrochen – blauer Himmel und Sonnenschein kamen zum Vorschein.
Toll, gerade jetzt, wo ich drei Filme Schlechtwetter-Fotos geschossen habe.
Nach einem reichlichen Essen im Rax – Pizzabuffet, all you can eat für 8 € (echt super lecker und super viel J) sind wir, im strahlenden Sonnenschein, zurück zum Bahnhof. Von dort ging es nun in einer dreistündigen Fahrt, mit der Sonne im Rücken, zurück nach Riihimäki.















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