Linnunradankatu heißt "Milchstraße" auf finnisch. Das ist die Straße in der das Wohnheim in Riihimäki ist, dort wohnen wir für ein halbes Jahr (21.2. - 03.08.2005).

Sonntag, April 03, 2005

Und die Zeit vergeht wie im Fluge

Nun haben wir also die sechste Woche in Riihimäki auch hinter uns gebracht.

Irgendwie bekomme ich langsam das Gefühl, dass die Zeit nun, da wir schon eine Weile hier sind, schneller als in den ersten Wochen vergeht.
Auf alle Fälle haben wir nun schon ein Viertel unseres Aufenthaltes in Finnland hinter uns. Ich kann es kaum glauben, wirklich schon ein Viertel!
Ich sehe es kommen, kaum schauen wir uns um und schon ist die Zeit hier vorbei. Vor allem, wenn es nun wärmer wird - dann macht man ja auch mehr und dann geht die Zeit gleich noch mal schneller vorbei.

Obwohl ich Deutschland wirklich sehr vermisse stehe ich dieser Erkenntnis gerade mit gemischten Gefühlen gegenüber.
Jetzt, wo wir mehr Kontakt zu den Leuten aus dem Finnischkurs haben, da ist das Heimweh doch gleich gar nicht mehr so groß...

Gestern haben wir unsere erste finnische Spezialität selbst gebacken: Korvapuusti. Das heißt auf deutsch so viel wie "Ohrfeige" und ist ein beliebtes finnisches Gebäck, wie eine Art Zimtschnecke.
Super lecker, wir sind ihm richtig verfallen. :-)
Ich back mal welche, wenn ich wieder im Lande bin, versprochen.


Korvapuusti

Mit diesen Leckerlies sind wir dann auf nach Hämeenlinna zu Katrin, Monique und Lori.
(Katrin und Monique studieren in Schneeberg (im tiefsten Sachsen *g*) Modedesign und Lori kommt aus England und studiert dort einen Mix aus Grafik-, Produkt- und Modedesign.)

Abends waren wir noch bei den Jungs (Aaron aus Spanien, Alex aus Griechenland und Antti aus Finnland) und haben zusammen nen Film geschaut. Wir haben dann auch überlegt die Nacht dort zu verbringen. Aaron und Alex haben beide zwei Betten in ihren Zimmern, sie haben uns auch angeboten dort zu übernachten. Alex hat auch gleich hinzugefügt, dass er dann auch zu Aaron ins Zimmer geht, damit wir unser eigenes haben. (Mhm, dann kann ich auch zu Hause schlafen. *g*)

Ich hätte mich ja auf das Abendteuer eingelassen, aber letztendlich konnte mich Eva dann doch dazu überreden zurück nach Riihimäki, und zu unseren eigenen Betten, zu fahren.
Aber wie sagt man so schön: "Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben!"

Antti war übrigens so frei uns mal aufzuklären, in was für einer tollen Gegend wir eigentlich in Riihimäki wohnen.
OK, dass wir hier im Ghetto sind und hier auch viele Arbeitslose und Zigeuner wohnen, das haben wir schon mitbekommen.
Antti musste dann noch ein drauf setzen:
Er war regelrecht schockiert, als wir ihm erzählt haben, dass wir im Peltosaari wohnen. Er hat uns gewarnt, ja nicht nachts alleine auf die Straße zu gehen, es hätte dort wohl schon einige Auseinandersetzungen und Messerstichereinen gegeben. Nett, oder. Tolle Gegend.
Lasse, unser Tutor wusste daraufhin zu erzählen, dass einer der Supermärkte vor unserem Haus vor ungefähr zwei Jahren zwei Mal in kurzer Aufeinanderfolge überfallen wurde. Einmal mit einem Messer und das andere Mal mit einer Axt.
Mhm, brauch ich nichts mehr zu sagen, oder?

Am Mittwoch (30.3.05) hatten wir Lasse, Minna und Anna zum Abendessen eingeladen. Eva hat echt ein super lecker Menü gezaubert: Tagliatelle mit Flusskrebsschwänzen in einer Creme Fraiche-Limonen-Soße und als Nachtisch Apfelstrudel mit Vanilleeis.
Ich habs in der Hierarchie leider nur bis zur Küchenhilfe geschafft und durfte schnippeln. :-)
Das Essen war als eine Art Dankeschön von uns gedacht, weil die drei uns, vor allem in der Anfangszeit, sehr hilfbereit unter die Arme gegriffen haben.

Am Donnerstag (31.3.05) haben wir uns das erste Mal in der Sonne, die nun doch schon richtig Kraft hat und Wärme verströmt, gesonnt.
Nach unserem Finnischkurs haben wir uns beim Bäcker eingedeckt und haben ein kleines Picknick am Steg gemacht und uns die Sonne aufs Gesicht scheinen lassen. Es wird Frühling!!!

Und es kommt noch besser: heute haben wir das erste Mal die magische zweistellige Temperaturmarke geknackt --> +10°C.