Linnunradankatu heißt "Milchstraße" auf finnisch. Das ist die Straße in der das Wohnheim in Riihimäki ist, dort wohnen wir für ein halbes Jahr (21.2. - 03.08.2005).

Mittwoch, August 10, 2005

Gebrochen oder nicht gebrochen - das ist hier die Frage

Ich war also am Montag (8.8.05) beim Chirurgen, glatte vier Stunden hab ich dort zugebracht. Das ist eigentlich echt eine Zumutung, aber wohl typisch bei dieser Art von Ärzten.
Naja, zumindest ist der Gips jetzt endlich ab.
Zwar konnte ich meinen Arm, als der Gips nun endlich runter war, doch nicht so gut bewegen, wie ich dachte, aber ich bin trotzdem froh, dass ich ihn endlich los bin.
Der Arm wurde also noch mal geröngt.
Soweit wie ich den Arzt verstanden habe, ist es wohl eine dünne Fraktur im Ellenbogen (Radiusköpfchen). Aber ich durfte trotzdem ohne Gips (der Arzt meinte, ich hätte lange genug einen getragen und es wird Zeit, den Arm wieder zu bewegen), nur mit einem Verband um den Ellenbogen nach Hause gehen.

Nun muss ich zwei Mal täglich ein Schmerzmittel einnehmen, damit die Entzündung zurück geht und darf zwei Wochen zum Psysiotherapeuten, der die schwierige Aufgabe hat, meinen Arm wieder so bewegungsfähig, wie er vorher einmal war, zu machen.
Zumindest kann ich nun so ziemlich alle Dinge wieder alleine verrichten, wieder selber meine Haare waschen und sogar mit zehn Fingern (eigentlich werden ja nur neun verwendet *g*) tippen.
Ansonsten geht alles noch sehr langsam und belasten kann ich den Arm auch nicht zu sehr. Aber ich bin guter Hoffnung, dass das bald alles wieder funktioniert.

Und noch eine gute Nachricht: wenn alles klappt, kann ich im September auch noch für drei Wochen arbeiten gehen.

Damit schließt sich ja nun langsam das Kapitel "Abenteuer Finnland".
Ich habe gestern auch den zweiten Teil der Bilder abgeholt (auf den ersten warte ich ja immer noch, dass Flo ihn endlich schickt!!!). Sie sind echt richtig gut geworden, bin ganz stolz auf mich, fast alle Bilder sind so geworden, wie ich es wollte.
Ich denke, ich werde demnächst noch ein kleines Resume über das letzte halbe Jahr ziehen. Also, ihr dürft weiterhin gespannt sein.

Sonntag, August 07, 2005

PGH oder auch Pech gehabt

Ja, so wie es eben manchmal im Leben kommt, so hat es dieses Mal mich erwischt:

Drei Tage vor dem Beginn meines Urlaubes breche ich mir meinen linken Arm.

Am Donnerstag (28.7.05) haben wir unsere Abschiedsparty in Riihimäki gegeben. Weil so schönes Wetter war haben wir vor dem Haus gegrillt. Zur Feier des Tages hab ich dann mit Eva Indiakaball gespielt.


Indiakaball


Ich hab versucht ihren Ball zu kriegen, musste rückwärts laufen, springen und bin dabei irgendwie gestolpert. Ich wollte mich dann mit meinem linken Arm abfangen - das hätte ich vielleicht nicht tun sollen, denn danach tat mir dieser unheimlich weh. Ich hab erst gedacht, er wäre nur verstaucht, aber im Laufe des Abends konnte ich den Arm dann immer weniger bewegen. Nach einer fast schlaflosen Nacht ging dann am nächsten Morgen gar nichts mehr. Nun kam mir doch der Gedanke, dass er vielleicht gebrochen ist. Also ab zum Arzt.
Der hat mir dann dafür, dass er mir gesagt hat, das er mir nicht helfen kann und das ich ins Krankenhaus gehen soll erst mal schlappe 44 € abgeknöpft. Ein richtiges Schnäppchen, oder?
Der Weg zu Krankenhaus war nicht unbedingt um die Ecke, also war Hanna so lieb und hat uns dort hin gefahren. Im Endeffekt hat es sich sehr zu meinem Vorteil heraus gestellt, dass Hanna und auch Lasse mit im Krankenhaus waren, so konnten sie für mich dolmetschen, denn die Ärzte dort konnten nicht gerade perfekt Englisch.

Nach unendlicher Wartezeit (obwohl eigentlich nichts im Krankenhaus los war) kam ich dann endlich mal zur Untersuchung, dann zum Röntgen und schließlich zum Abschlussgespräch, wo die Ärztin mir dann eröffnete, dass sie zwar nicht genau wissen, ob der Arm gebrochen ist, weil sie es auf den Röntgenaufnahmen nicht sehen können, aber dass sie mich erst mal vorsichtshalber komplett eingipsen.
Super, ich war hellauf begeistert!

Tja, nun saß ich da, mit meinem linken Arm komplett in Gips. Und das drei Tage bevor mein Urlaub beginnen sollte.
Mhm, und was nun?

Eigentlich gab es da nicht all zu viel zu überlegen. Denn alleine konnte ich groß nichts machen, an- und ausziehen ging schon nur schwierig, Haare waschen und mir was zu essen machen gleich gar nicht.
Also blieb mir nichts anderes übrig als den geplanten Urlaub zu canceln und einen Flug nach Hause zu buchen - möglichst ohne ein Vermögen dafür auszugeben und in den kommenden Tagen.

Ich bin dann am Montag, 1.8.05, mit dem Zug nach Helsinki, von dort mit der Fähre nach Tallin und von Tallin mit dem Flugzeug nach Berlin. In Berlin hat mich Martin dann abgeholt und ich habe noch zwei Tage bei ihm verbracht. Mittwoch Nachmittag, 3.8.05, bin ich dann mit dem Zug nach Erfurt gefahren.

Heute ist Sonntag und ich habe meinen (geliebten) Gips seit über einer Woche. Morgen gehe ich zum Chirurgen und hoffe, dass ich ihn endlich loswerde. Ich habe auch nicht mehr das Gefühl, dass was gebrochen ist, zumindest kann ich meinen Arm schon wieder recht gut bewegen. Naja, hoffen wir, dass ich das bald überstanden habe.

Ich möchte mich hiermit noch mal ganz doll bei Eva bedanken, dass sie sich in den letzten Tagen, die ich in Riihimäki war, so lieb um mich gekümmert und mir wortwörtlich unter die Arme gegriffen hat. Vielen Dank Eva, du hast auf alle Fälle was gut bei mir.
Ein ganz fettes Sorry an Martin, dem ich mit meiner Aktion den Urlaub versaut habe und wir somit jetzt nicht auf unserer geplanten Radtour in Finnland weilen. Danke dass du trotzdem nicht sauer bist und mich die zwei Tage in Berlin ertragen hast. Wir holen den Urlaub auf alle Fälle nach – versprochen!
Danke auch an Andreas und Bettina, die mich vom Bahnhof in Erfurt abgeholt haben und natürlich auch ein riesengroßes Dankeschön an Mutti, Dieter und Anja, die mir zu Hause jeden Wunsch erfüllen.



und so sieht eine (glückliche) Gipsträgerin aus