Linnunradankatu heißt "Milchstraße" auf finnisch. Das ist die Straße in der das Wohnheim in Riihimäki ist, dort wohnen wir für ein halbes Jahr (21.2. - 03.08.2005).

Dienstag, Mai 31, 2005

Besuch im Zoo auf Korkeasaari

Auf unserem Loveboot-Trip hatten wir damals am Check In Hannes kennen gelernt.
Er stand in der Reihe vor uns und hat sich immer mal wieder nach hinten zu uns umgeschaut. Wir haben uns da nichts weiter bei gedacht, da er ja Finnisch gesprochen hat.
Nach einiger Zeit hat Hannes dann Lasse angesprochen, wo wir denn her kommen würden und sich dann auf deutsch an uns gerichtet.
Wie sich heraus stellte, ist Hannes ein halber Finne – seine Mama kommt aus Finnland.

Auf dem Boot habe ich Hannes dann wieder getroffen und wir haben nach dem Konzert von Maja Vilkkumaa eigentlich den restlichen Abend und nächsten Morgen gemeinsam verbracht. Wir waren tanzen, auf Deck spazieren und später den Sonnenaufgang anschauen und haben gequatscht und gequatscht …

Auf alle Fälle schreiben wir seit einiger Zeit E-Mails und Hannes hatte vorgeschlagen, dass wir doch mal zusammen in den Zoo auf Korkeasaari (Insel bei Helsinki) gehen könnten.

Gesagt getan:

Also bin ich gestern Abend nach Helsinki gefahren. So konnten wir schon den Abend gemeinsam verbringen und noch was trinken gehen.
Ich hab dann auch bei Hannes geschlafen – er hat mir, ganz Gentleman like, sogar sein Bett überlassen und selbst auf dem Boden geschlafen.
J

Da der Wetterbericht schlechtes Wetter voraus gesagt hatte, hatten wir uns schon auf einen Museumstag in Helsinki eingerichtet. Doch als wir uns 10:00 Uhr mit Tobi und Eva am Hbf in Helsinki getroffen haben war das Wetter wiedererwartend gut und wir beschlossen, doch dem Zoo einen Besuch abzustatten.

Zum Zoo fährt man ca. 10 min mit einer kleinen Fähre vom Hafen Helsinki aus. Dort ist früh immer Markt und so konnten wir noch ein bisschen schlendern und schauen, was die Händler alles so feilboten.
Überall sieht man nun Fischverkäufer – viele tun das sogar direkt von ihrem Boot aus, dann müssen sie ihre Waren nicht extra an einem Stand erneut aufbauen.

Dann gings los auf die Insel.


Blick von der Bruecke zu Korkesaari


Korkeasaari ist voll schön, eine ganze Insel voller Tiere.
Nun kann man sich das nicht ganz wie einen normalen Zoo vorstellen. Oft gibt es nur ein bis zwei Exemplare von den Tieren und längst nicht alle Käfige sind belegt. Aber es gibt eine Art tropisches Haus, die Amazonia, wo es auch Papageien, Affen, Schildkröten und Krokodile gibt.
Weiterhin kann man das Afrikanische Haus und einen Katzen-Valley, aber auch Bären, Pferde, Seerobben, verschiedene Vogelarten u. v. m. bewundern.


ein "Schnurri"


die Raubkatze sorgte für ein ziemliches Gebrüll



für uns hat sich der Pfau extra in Schale geworfen und gezeigt, was er zu bieten hat



tropische Vögel



irgendwas echsenartiges



die waren voll putzig indische Zwergmungos



schlafender und sich sonnender Bär



Am Besten finde ich natürlich, dass alles von Wasser umgeben ist – das macht den Zoo so besonders. Überall kann man sich ans Wasser setzen und kleine Verschnaufpausen vom vielen Anschauen machen.



wir zwei beiden


Eva, Tobi und Hannes

Als wir mit der Fähre zurück zum Hafen Helsinki gefahren sind, hat es dann schon langsam angefangen, zuzuziehen und kühler zu werden.
Da hatten wir echt richtiges Glück - die Zeit im Zoo hatten wir strahlenden Sonnenschein.

Zurück auf dem Land haben wir noch Kartoffeln und Dill auf dem Markt gekauft und sind dann zu Hannes in die WG.
Dort hat er lecker für uns gekocht – Lachsforelle mit Dill gefüllt und Kartoffeln. *lecker, schmatz*



lecker Essen vom Koch Hannes zubereitet

Vielen Dank noch mal an den guten Koch - wir kommen immer wieder gerne drauf zurück.

Freitag, Mai 27, 2005

Das Grün in Finnland

Also, ich muss jetzt einfach mal was über die Landschaft in Finnland - über all das Grün hier schreiben.

Wir waren vorhin joggen und ich war mal wieder so fasziniert von der Umgeben hier.
Da waren wir grad mal sechs Tage nicht im Land und wir kommen wieder und alles ist so wunderschön grün, alles blüht überall durfet es nach frischen Blumen, gemähten Wiesen und Heu, einfach nach Sommer. Und es ist warm draußen, um die 20 °C und fast bis 0:00 Uhr hell.

Finnland im Sommer scheint echt ein Traum zu sein. *schwärm*
Ich muss demnächst unbedingt abends mal raus und die Landschaft in der Abendsonne fotografieren, damit ihr mir auch glaubt, von was ich hier so schwärme.

Ich kann es kaum beschreiben. Sind das Frühlingsgefühle? *g*
Ich dachte immer, die bekommt man nur, wenn man verliebt ist. :-)
Aber die Sonne, die Wärme, ..., das bekommt mir alles super gut. Ich würd fast behaupten, ich bin nun gerne hier. Und ich freue mich unheimlich auf die nächsten zwei Monate. Zwei Monate Sommer, Sonne, Sonnenschein. Fehlt nur noch die große Sommerliebe...

Mittwoch, Mai 25, 2005

Heimatluft geschnuppert

Endlich war es soweit – 13 Wochen liegen hinter uns, Halbzeit.
Und was liegt da näher als ein paar Tage in der guten alten Heimat zu verbringen.

Am Donnerstag, (19.05.05) 18:15 Uhr (finnische Zeit) sind wir in Tampere gen Heimat gestartet.

Nach ziemlichen Scherereien, was unser Handgepäck angeht am Flughafen Tampere, wurde die Freude nur noch größer endlich mal wieder deutsche Luft zu schnuppern.
19:40 Uhr (deutsche Zeit) sind wir in Frankfurt/Hahn gelandet. Und was erwartet uns dort?
Sonnenschein, blauer Himmel – SOMMER.

Evas Freund hat uns dann mit dem Auto abgeholt und gegen 23:00 Uhr war ich in Offenburg.

Meine WG in Elgersweier war so nett mich für ein paar Tage zu beherbergen. (Vielen Dank noch mal. *KISSED*)

Freitagmorgen, nach dem Frühstück mit Flo und Christina bin ich dann auf in die Stadt – einiges erledigen, z. B. Shampoo kaufen (meins ist in FIN so teuer), Filme wegbringen und zum Friseur (ganz wichtig, konnte mich kaum noch anschauen, so lang sind die Zotteln geworden – aber irgendwo muss das Stroh ja hin *g*).

Ich bin (nach langen drei Monaten) endlich mal wieder mit meinem Rad in die Stadt gefahren. Mein Gott war das schön – und dann entlang am Gifiz. Es war warm, die Sonne schien, blauer Himmel, überall roch es nach Heu und frischem Gras – einfach wie im Sommer. Ich war total überwältigt von dem Grün überall, ist das toll, wenn alles blüht…

Nachmittags hab ich mich dann mit Angi, Astrid und Seb zum Kaffee getroffen.

Voll geil, in Offenburg haben sie ein großes Kaufhaus, ’Keilbach’, abgerissen (da kommt endlich der lang ersehnte H&M hin). Dahinter haben sie Sand aufgeschüttet, Palmen und Liegestühle aufgestellt. Nun kann man dort in der Sonne brutzeln und Cocktails genießen. Echt voll gemütlich. Dort saßen wir dann und haben uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Und dort hab ich mir auch meinen ersten Sonnenbrand dieses Jahr geholt. :-(

Abends waren wir dann bei Kerstin zum Geburtstagsgrillen eingeladen. Leider waren nicht sehr viele Leute da, aber es war sehr gemütlich und unheimlich lecker. Endlich mal wieder Fleisch (in Finnland essen wir nicht so viel davon) und lecker Salate.

Samstag ging es schon früh los mit feiern. Gegen 12:00 Uhr waren wir mit Maren & Co zum Spanferkel-Grillen in einem Waldstück bei Schutterwald verabredet. Wegen des vorausgesagten Regens haben sie das Schwein dann aber doch grillen lassen und es wurde gegen 16:00 Uhr fix und fertig (sogar schon in Stücke geschnitten *g*) geliefert.

Maren, Christina und ich haben uns natürlich erst mal über den Sekt hergemacht. Der war so lecker, aus Frankreich. Gegen 15:00 Uhr hatten wir dann auch schon drei Flaschen leer und demnach auch schon ganz schön einen im Tee.

Später hatte allerdings keiner von uns dreien (Flo, Christina und ich) noch Bock im Zelt zu schlafen. Also sind wir gegen 0:00 Uhr wieder nach Hause gefahren.

Sonntag war ziemlich ruhig. Ich hab es einfach genossen mal wieder in einer gewohnten und geliebten Umgebung zu sein – und ich konnte mal wieder deutsches Fernsehen schauen. :-)

Montag war ich mit Angi zum Essen in der Mensa verabredet. Ja, jippie, endlich mal wieder deutsches Mensaessen – es gab Salat *g*.

Danach hab ich mir eine Vorlesung bei unserem neuen Audioprof. angeschaut. Ich weiß nicht, wie konnte die FHO nur den Speckert gehen lassen. Den topt einfach keiner – no chance.

Abends saß ich dann mit Maren, Angi und Petra bis in die Nacht im Cafe und wir haben gequatscht.

Am Dienstag ging es dann wieder zurück zum Flughafen und ab nach Finnland. Dieses Mal hatten wir richtig Glück. Der junge Mann am Check in am Flughafen hat weder unser Handgepäck gewogen noch mussten wir Übergepäck zahlen. Kann das nicht immer so laufen? :-)

Es waren wirklich ein paar wunderschöne Tage in Offenburg. Ich hab mich super gefreut euch alle wieder zu sehen und wäre gerne noch ein paar Tage länger geblieben, vor allem jetzt, wo es so warm in D ist.

Naja, in Riihimäki ist jetzt auch schönes Wetter, wir haben heute auch über
20 °C und es ist wunderschön draußen.

Und es sind ja nur noch 11 Wochen und dann bin ich wieder ganz in der Heimat.

Also, ich möchte mich noch bei allen bedanken, die die letzten Tage Zeit für mich hatten. War echt toll euch zu sehen – vermiss euch schon wieder ganz doll. Bis bald.

Dienstag, Mai 17, 2005

Loveboot Mariella

Am Wochenende war es endlich soweit: unser vor langen Zeiten gebuchter 24 h-Trip mit der Mariella von Helsinki nach Marienhamm (vor Stockholm) begann. Das Boot hält dabei nur kurz in Marienhamm und fährt dann zurück nach Helsinki –also eher eine Rundreise aber ohne Landgang.

Sonntag, 15.05.05 legten wir pünktlich 15:00 Uhr vom Hafen Helsinki ab – raus aufs weite Meer, die Ostsee.

Auf dem Boot wurde ein riesiges Programm geboten, so dass einem eigentlich nicht langweilig werden konnte.

Aber eigentlich hätte ich mich viel lieber auf Deck in die Sonne gesetzt, mir den Wind durch die Haare wehen lassen und gelesen.
Allerdings war es sehr windig auf Deck und laut Lasse sollten wir kein Buch mitnehmen… also hatte sich das leider erledigt.

Auf dem Boot gab es einen Raum, wo die ganzen Veranstaltungen, Musikquiz, Karaoke, Konzerte am Abend usw., stattfanden. Dort haben wir uns eigentlich die meiste Zeit aufgehalten.

Eva und ich waren natürlich auch ganz mutig und wollten Karaoke singen. Aber wir waren wohl zu langsam. Eh wir uns auch nur auf ein Lied einigen konnten, war die Liste der Sänger schon voll.


Lasse und Tuomas beim Karaoke


Als wir dann die ersten gehört hatten, waren wir eigentlich auch ganz froh darüber, das wir nicht singen mussten – wir hätten uns sicher zur Lachnummer entwickelt. Es waren echt super gute Stimmen dabei. Naja, war ja auch als Wettbewerb ausgelegt, da konnten alle so richtig zeigen, was sie drauf haben.



ja ja, der liebe Alkohol


und wir singen trotzdem


Als wir in Lappland waren, haben wir Leandro (der Brasilianer) von unserem Boottrip erzählt. Der hat uns ja erst mal ausgelacht und meinte dann: „ah, ihr geht also aufs LOVEBOAT!“

Wir haben uns verwirrt angeschaut – wieso Loveboot???

Jetzt weiß ich warum!

Wir waren schon ziemlich geschockt, als wir einige Mädels auf dem Boot gesehen haben. Die sind rumgerannt, mit super kurzem Minirock und Trägershirts, möglichst noch bauchfrei und die Brüste so hochgeschnallt, das die Hälfte rausgefallen ist.

Schrecklich, ich würde nie so rumlaufen. Einfach unmöglich…
Auf alle Fälle scheint dieser Trip für Finnen, Männlein wie Weiblein, die Gelegenheit schlecht hin zu sein. Hier lassen sie so richtig die Sau raus, d.h. alle sind stock besoffen, und in der Nacht wird alles gevögelt, was sie kriegen können (sorry für meine Ausdrucksweise, aber sonst kommt das nicht so rüber, wie es gemeint ist).

Naja, ich bin keine Finnin, d. h. ich war ganz artig. *g*

Später am Abend haben dann einige Bands gesungen. „Hit Factory“, „Mikko Leppilampi“ und „Maija Vilkkumaa“.




tanzen können wir auch


Hit Factory war ziemlich gut, die covern Lieder von bekannten Bands, das war auch zumeist auf Englisch.




Hit Factory

Bei Mikko Leppilampi sind auf einmal alle weiblichen Wesen Richtung Bühne gestürmt und haben lauthals gegrölt. Naja, ich fand den nicht so toll. Er hat erst ein paar Lieder von Elvis gesungen und dann welche von Robbie Williams und anderen aktuellen Künstlern. Fand aber, dass seine Stimme nicht wirklich zu den jeweiligen Liedern gepasst hat.

Und dann kam der Star des Abends: Maija Vilkkumaa mit Band.
Sie ist eine ziemlich berühmte Sängerin hier in Finnland. Ihre Titel werden im Radio und auf Partys rauf und runter gespielt. Auch wenn ich die Texte bis auf ein paar Einzelwörter nicht verstehe, find ich sie echt gut. Man könnte fast sagen, die Musik ist vom Stil her wie ‚Juli’ oder ‚Silbermond’.




Maija Vilkkumaa

Nach dem Konzert waren wir noch in der House Disco – super geile Mucke, hab ich schon ewig nicht mehr dazu getanzt.




andere Boote beim Sonnenaufgang


Sonnenaufgang


Sonnenaufgang an Board

Naja, 6:00 Uhr lagen wir dann endlich im Bett.
Am nächsten Tag ging nicht mehr viel. Wir haben uns das Finale vom Karaoke singen angehört und dann waren wir auch schon fast wieder in Helsinki.

Samstag, Mai 14, 2005

Semesterabschlussparty

Am Freitag, 13.05.05, war der letzte Schultag dieses Semesters an der HAMK.fi (Hochschule) - was liegt also näher, als an diesem Tag die große Abschlussparty im Wohnheim steigen zu lassen?

Gesagt getan!
Eigentlich hatten wir nicht wirklich Bock dort hinzugehen. Und als wir gegen 22:00 Uhr auch nicht wirklich etwas davon mitbekommen haben, ob jetzt Party ist oder nicht, hatten wir uns schon auf einen gemütlichen Fernsehabend mit 'Shrek II' eingerichtet.

Dann kam Lasse vorbei und meinte, wir müssten unbedingt noch kommen.
Naja, also haben wir uns etwas gerichtet und sind mit gemischten Gefühlen auf die Party auf dem gleichen Stockwerk.
Eigentlich wollten wir gar nicht lange bleiben, nur mal schauen, was so los ist.
Dann haben wir aber doch einige Studenten, die wir schon von anderen Partys und von der Schule her kannten, getroffen.
Und dann waren da noch zwei deutsche Mädels. Sie sind seit 01.05.05 hier und machen hier für drei Wochen eine Art Praktikum. Schon lustig, endlich mal wieder deutsch auf ner finnischen Party zu sprechen. *g*

Im großen und ganzen war es wie auf jeder anderen Party, die Finnen haben sich mal wieder ziemlich zulaufen lassen und einer meinte sogar er muss für uns strippen - bis er gar nichts mehr anhatte natürlich. :-)

Aber was richtig gutes hatte die Party doch - ich hab nämlich Mauri kennen gelernt.
Mit ihm war ich dann noch in der Stadt im Seurahuone (wo immer die Studentenfeten stattfinden).
Im Endeffekt war ich gegen 9:00 Uhr am nächsten Morgen zu Hause.
Mhm, wirklich lange Nacht, hat aber mal wieder richtig gut getan. *g*



Party on

Dienstag, Mai 10, 2005

Döner made in Finland

Heute haben wir uns endlich mal wieder etwas gegönnt.
Nach über drei Monaten Abstinenz gabs heute zum ersten Mal wieder einen lang ersehnten Döner.

Aber ganz wichtig: Döner ist nicht gleich Döner!
Klar, wahrscheinlich findet man in jedem Land die 'Dönerstube von nebenan', aber überall ist der Döner an sich ein bisschen anders.


So wie wir ihn aus Deutschland kennen: mit Rot- und Weißkraut und dieser hellen Soße - das sucht man hier vergebens.
Dafür gibt es hier saure Gurken, Peperoni und eine Art Cocktail-Dressing. Und ich bin ja der Meinung, dass das Dönerbrot anders ist - eher wie ein Brötchen.

Aber trotzdem unheimlich lecker. *schmatz*
Und was witzig ist, hier wird man nicht wie in Deutschland mit gebrochenem Deutsch, sondern eben in Finnisch begrüßt.
Weiß nicht warum, aber ich find das voll lustig. *g*

Montag, Mai 09, 2005

Sommer, Sonne, Sonnenschein

Es ist kaum zu glauben, so langsam aber sicher scheint es nun doch endlich wärmer zu werden.
Nach der letzten Woche und dem unentwegt bedeckten Himmel und unter 10 °C hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben...

Aber als wir heute zur Schwimmhalle gelaufen sind, war es so warm - wir mussten unsere Jacken ausziehen. Und selbst nur in T-Shirt und Strickjacke war es noch fast zu warm.

Über uns strahlend blauer Himmel, Schäfchenwolken und Sonnenschein.
Da sieht doch alles gleich viel fröhlicher aus.
Das Gras wirkt grüner, die Bäume fangen an zu sprießen und die ersten Blumen strecken ihre Köpfe der Sonne entgegen. Und wir haben heute den Rekord geknackt: 17 °C - der bis heute wärmste Tag des Jahres.

Einfach herrlich. Der Sommer kann kommen!



es beginnt zu blühen

noch mehr Blumen

Turku

Am Samstag (07.05.05) waren wir, nachdem wir den Ausflug schon einmal wegen schlechtem Wetters verschoben hatten, in Turku.

Samstag Morgen 8:09 Uhr ging unser Zug, bei strahlendem Sonnenschein, ab Riihimäki. Die Zugfahrt nach Turku dauert drei Stunden, in denen wir genügend Zeit hatten, in unseren Reiseführern zu schmökern, was denn da auf uns wartet und was wir unternehmen können.

Am Anfang der Reise waren wir noch frohen Mutes, die Sonne begleitete uns auf unserem Weg.

Als wir allerdings in Turku ankamen, mussten wir feststellen, das wir dem schönen Wetter wohl davon gefahren sind: der Himmel war bedeckt.

Also sind wir erst Mal einen Kaffee trinken gegangen, direkt am Marktplatz, im Sokos Hotel. Leider versprach das Wetter danach immer noch nicht mehr als 8 °C und nun hatte es auch noch begonnen zu regnen.




Marktplatz

Was liegt da näher, als erst mal shoppen zu gehen?

Also auf zu H & M – den hatten wir ja nicht erst die Woche davor in Helsinki halb leer gekauft.

Zwei Stunden später :-):

Dann konnten wir uns einigermaßen aufraffen, endlich mit unserer Sightseeingtour zu starten.

Im Heft über Turku haben wir von einem Spaziergang vom Dom zur Burg, direkt am Fluss Aurajoki („joki“ ist finn. Fluss) entlang gelesen.

Unsere erste Station war, wie schwer am Namen der Tour zu erkennen, der Dom zu Turku.







Dom zu Turku

Orgel im Dom

Der Dom wurde um 1300 eingeweiht und gilt als das wertvollste baugeschichtliche Denkmal Finnlands. Das Besondere am Dom ist die jährliche, feierliche Verkündung des Weihnachtsfriedens. Die Glocken des Doms schlagen dafür zwölf Mal, danach wird die Tradition, die Turku als einzige Stadt Skandinaviens heute noch pflegt, begangen.

Die nächste Station ist das Doppelmuseum Aboa Vetus & Ars Nova.




Wandgemälde am Museum Aboa Vetus & Ars Nova

Den Kern des Museums Aboa Vetus bildet ein mittelalterliches Stadtviertel, das Anfang der 1990er Jahre bei Renovierungsarbeiten zufällig gefunden wurde.

Das Ars Nova repräsentiert eine Sammlung von Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, mit über 500 Werken finnischer und internationaler Vertreter der modernen Kunst.

In der Läntinen Rantakatu, direkt am Aurajoki, befindet sich das um 1700 erbaute Qwensel Haus (Qwenselin talo). Es ist das älteste noch erhaltene Bürgerhaus in Turku. Darin befindet sich heute das Apothekenmuseum.






im Apothekenmuseum

Komode im Apothekenmuseum


Weiter entlang an den Ufern des Aurajoki bekommt dieser ein immer maritimeres Gepräge. Hier können nun auch größere Schiffe den Fluss befahren.



Schiffe entlang des Aurajoki

Vorbei am Gasthafen von Turku und allerhand Restaurants mit Blick auf den Fluss kommen wir zu einer aus dem Wasser ragenden Walflosse.

Die Metallplastik „Harmonia“ wurde von dem Berliner Künstler Achim Kühn geschaffen.




Walflosse "Harmonia"


Am Varvintori-Platz sieht man das steinerne Ensemble „North“ von Micha Ullman. Dieses und das von Mario Merz Stadtkunstwerk „Fibonacci Sequence 1-55“ am Schonstein der Turkuer Stromversorgung sind Bestandteil des Projekts „Skulpturenstadt Turku“.




Varvintori-Platz


Auf der Höhe des Varvintori-Platzes liegt auch die Dreimastbark Sigyn.






Dreimastbark Sigyn

Die Sigyn

Sie stammt aus dem Jahr 1887 und fuhr früher nach Kanada, Südamerika und Afrika.


Am Hafen von Turku sieht man riesige Kräne zum Verladen der Waren, die aus ‚fernen’ Ländern ihren Weg nach Turku finden.


Hier liegen auch das Segelschiff Suomen Joutsen und das Minenschiff Keihässalmi.

Der Dreimaster Suomen Joutsen wurde 1902 gebaut und diente in den 1930er Jahren als Schulschiff der Kriegsmarine und 1960-1989 als Seefahrtsschule der finnischen Handelsflotte. Sie war lange auch als Salpeterfrachter zwischen Südamerika und Europa unterwegs.






Segelschiff Suomen Joutsen

Die Suomen Joutsen

Beide sind heute Museumsschiffe.


Das maritime Zentrum Forum Marinum ist die vorletzte Station des Spaziergangs. Hier finden ständig wechselnde Ausstellungen statt, die einen Einblick in die Welt der Seefahrt geben. Sie informieren über die finnische Marine, den Zoll und Küstenschutz, sowie über das Lotsenwesen.




Forum Marinum

Und dann sind wir auch am Ende der Tour angekommen. Die Burg zu Turku.

Ihre Geschichte beginnt um 1280. Sie ist eine der bedeutendsten Nationalschätze Finnlands. Dort kann man sich in Ausstellungen über die Geschichte Turkus und Finnlands informieren und einen Einblick in die Bekleidungs- Einrichtungs- und Fest- bzw. Brauchtumskultur vergangener Zeiten gewinnen.

Am Ende unserer Tour direkt am Wasser, waren wir ganz schön durchgefroren, hatten Hunger und somit auch keine Lust mehr, die Burg genauer zu besichtigen.

Das müssen wir dann wohl später nachholen. *g*




ganz schön durchgefroren

Als wir auf dem Rückweg in die Innenstadt, auf der Suche nach etwas günstig Essbarem waren, sind die Wolken dann aufgebrochen – blauer Himmel und Sonnenschein kamen zum Vorschein.

Toll, gerade jetzt, wo ich drei Filme Schlechtwetter-Fotos geschossen habe.

Nach einem reichlichen Essen im Rax – Pizzabuffet, all you can eat für 8 € (echt super lecker und super viel J) sind wir, im strahlenden Sonnenschein, zurück zum Bahnhof. Von dort ging es nun in einer dreistündigen Fahrt, mit der Sonne im Rücken, zurück nach Riihimäki.


Sonntag, Mai 01, 2005

Hauska Vappu 2005

Wir waren gestern und heute zu Vappu in Helsinki.

Vappu ist ein riesiges Studentenfest in der Hauptstadt (eigentlich im ganzen Land, aber in Helsinki ist es am größten). Die Nacht vom 30.4. auf den 1.5. ist die Nacht der Studenten und der Arbeit. (Wie bei uns in Deutschland, wo der 1.Mai der Tag der Arbeit ist.)


Der kleine und der große Clown

Alle Studenten im ersten Semester bekommen dann die traditionelle weiße Kappe "verliehen" und alle, die jemals eine bekommen habe tragen diese. Sie ist außerdem Ausdruck für den Beginn des Sommer – für eine neue Zeit.

Damit die Sommerzeit offiziell eröffnet ist, organisieren die Studenten „The Capping“. Dabei wird einer Statue die weiße Mütze, unter riesigem Gegröle und Freudenschreien der anderen Studenten, aufgesetzt. In Helsinki wir die Statue „Havis Amanda“ mit der Kappe beehrt. Damit ist die Sommersaison offiziell eröffnet und alle Studenten dürfen nun ihre weiße Kappe tragen.







Havis Amanda - Statue

Studenten waschen die Statue

Außerdem erkennt man die Studenten an ihren Overalls. Jede Hochschule und jeder Studiengang hat seine eigene Farbe. Auf jeder Party und auch anderen Veranstaltungen bekommt man Sticker, die man dann auf den Overall aufbügeln kann. Je mehr man also unterwegs ist, umso bunter ist der Overall dann.

(Das mit den Overalls und den Kappen ist echt ne tolle Sache. Schade dass es so was nicht in Deutschland gibt.)

Dann ist Party bis in die Morgenstunden angesagt. Überall wird man von fremden Studenten mit „Hauska Vappu“ (Frohes Vappu) oder „Hyvää Vappua“ (Gutes Vappu) gegrüßt.


Vappu in Helsinki


Luftballons

Der nächste Tag wird mit dem traditionellen Picknick im Park begangen. Es ist unglaublich wie viel Menschen sich dort mit ihren Picknickdecken und Verpflegung einfinden. Viele sogar richtig nobel, mit Tischen und Stühlen, an einer festlich geschmückten Tafel, unter einem Pavillon. Überall wird gegrillt, gegessen und getrunken. Alle sitzen zusammen und genießen den Tag.

Natürlich gibt es für diesen Tag typisches Essen und Trinken: „Tippäleipä“ und „Sima“.

Tippäleipä sieht aus wie ein Vogelnest. Es ist frittierter Teig mit Puderzucker. In Offenburg gibt es das auch, z. B. auf dem Weihnachtsmarkt - "Striebele", frisch aus der Friteuse. Da wird eine Art Doughnuts-Teig wie aus einer Ketschupflasche in heißes Öl gelassen und somit frittiert. Danach wird Puderzucker drüber gestreut.

Sima ist eine Art Zitronen-Brause, mit rosinenhaltigem Geschmack. Es ist alkoholfrei und eher für die Kinder an Vappu gedacht.

Tippäleipä haben wir am Picknick selbst probiert, nur bei Sima muss ich passen – aber ohne Alkohol macht das ja keinen Spaß. :-)

Das ganze Theater um den 1. Mai herum ist so ziemlich mit Karveval, Fasching oder Fasen in Deutschland zu vergleichen. Nein, eigentich ist es noch ein bisschen verrückter als bei uns. *g*

Leider war das Wetter dieses Wochenende ziemlich scheiße. Wir hatten hier nur 6 °C und wir haben uns buchstäblich den Arsch abgefroren.

Gestern Abend sind wir dann mit Tobi (den haben wir in Lappland kennen gelernt, kommt aus München), auf einer Party auf dem Campus seiner Hochschule in Espoo gegangen. Leider war dort nicht so viel wie erhofft los und wir haben uns ein wenig gelangweilt.

Gegen 0:30 sind wir dann zurück in die Innenstadt gefahren.
Nach ewigem hin und her sind wir dort dann noch was trinken gegangen und später in die Jugendherberge.


Heute morgen waren wir dann erst mal einen Kaffee trinken und sind dann in den Kaivopuisto Brunnenparken, in der Nähe vom Hafen, wo das große Picknick stattfand.









im Park

weiße Kappen und Overalls

Aaron und Eva im Park

Alex und Diana im Park

Das war schon ganz schön überwältigend, wie viele Leute sich in dem Park eingefunden hatten - trotz der miesen Temperaturen.
Dort haben wir uns dann auch eine Weile niedergelassen und das rege Treiben um uns herum beobachtet und sind dann gegen späten Nachmittag zurück nach Riihimäki gefahren.